Tipps und Tricks

für

Fehlersuche und Reparatur

 
Die nachfolgenden Hinweise werden manchen gestandenen Radiosammlern sicher zum Teil etwas banal vorkommen, aber vielleicht dienen sie doch dem einen oder anderen dazu, sich in an die technische Seite des Hobbys heranzuwagen.
 
Aus- und Einbauen des Chassis

Das kann bereits ein Problem darstellen. In einem Fachbuch las ich einmal, dass in den dreißiger Jahren die Lehrlinge des ersten Lehrjahres sich im wesentlichen nur dieser Aufgabe widmen durften.

Ein Problem dabei ist es beispielsweise, später wieder die richtigen Verbindungen zum Lautsprecher herzustellen. Ein elektrodynamischer Lautsprecher mit Ausgangsübertrager, Feldspule und evtl. noch einer Brummkompensation kann schon ein halbes Dutzend Anschlüsse aufweisen. Man tut gut daran, sich Aufzeichnungen über die Lage der Lötösen oder die Farben der Anschlussdrähte zu machen oder eindeutige Markierungen anzubringen, Auch in anderer Hinsicht kann das "uitkasten" wie unsere niederländischen Sammlerkollegen den Vorgang so schön nennen, Probleme machen. Selten ist Gewalt sinnvoll, wenn man nicht riskieren will, Teile des Gehäuses oder die Skala zu beschädigen. Nur wenn festsitzende Madenschrauben oder Steckachsen (meist bei seitlichen Bedienungselementen) auch nach mehrfacher Behandlung mit Ballistol nicht nachgeben wollen, ist Gewalt nicht mehr zu vermeiden, auch nicht, wenn das Chassis mit den Gummiunterlegscheiben am Boden des Gehäuses klebt. Dann muss man einen langen Schraubenzieher benutzen, um das Chassis - mit Gefühl- loszuhebeln. Selbst bei neueren Geräten kann das Entfernen des Chassis schwierig werden, z.B. wenn einzelne Gehäuseteile mit Stecklaschen oder Befestigungsbügeln befestigt sind.

Bei dicht gedrängten Aufbauten ist die Gefahr groß, dass beim Ausbau des Chassis Teile beschädigt werden. Besonders gefährdet sind Spulen, nicht nur Ferritantennen, deren Verdrahtung offen liegt. Manche Firmen brachten freundlicherweise Warnungen an den Spulenbechern an: "Hier nicht beim Ausbau anfassen!" Überhaupt tut man gut daran, sich vorher genau zu überlegen, wo man das Chassis anfassen kann, ohne Bauteile abzubrechen. Die empfindlichen Drehkos sollten, besonders bei Kleingeräten, eingedreht werden, damit deren Rotorplatten nicht mit anderen Teilen kollidieren können.

Bevor man wahllos alle sichtbaren Schrauben löst, sollte man versuchen, die Reparaturanleitung des Gerätes zu befragen oder genau nachzusehen, welche Aufgabe die einzelnen Schrauben und Befestigungen haben. Auch kann es für spätere Reparaturen des gleichen Gerätetyps sinnvoll sein, sich die einzelnen Arbeitsschritte aufzuschreiben und zusammen mit dem Schaltplan und anderen Unterlagen zu archivieren. Serviceunterlagen, in denen sich oft auch detaillierte Anweisungen für den Ausbau finden, kann man günstig erhalten bei K. T.Schröder, (siehe Bezugsquellen!)

 
Einfache Prüfmethoden

Es gibt sehr viele Sammler, die ihre Geräte -etwa aus Zeitmangel oder aus Scheu vor der Technik- nicht selbst reparieren können oder wollen. Auch solche Kollegen sollten in der Lage sein, eine Reihe technischer Mängel ohne großen Zeitaufwand zu erkennen, um etwa beim Kauf überschauen zu können, ob der geforderte Preis realistisch ist bzw. wie aufwendig die Reparatur sein wird. Die nun folgenden Seiten enthalten größtenteils sehr grundlegende Hinweise, wie man, auch ohne aufwendige Hilfsinstrumente, nur durch die Sinnesorgane, Fehler entdecken kann.